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Knowledge & News

53 articles in the category "News & Trends"

03.12.2025 |
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CBAM-relevante Codierungen in Zollanmeldungen

Mit der vollständigen Anwendung der Verordnung (EU) 2023/956 zum CO₂-Grenzausgleichssystem (CBAM) …

Mit der vollständigen Anwendung der Verordnung (EU) 2023/956 zum CO₂-Grenzausgleichssystem (CBAM) ab dem 1. Januar 2026 stehen Unternehmen vor neuen Herausforderungen in der Zollabwicklung. Die korrekte Codierung in Zollanmeldungen wird dabei zum entscheidenden Faktor für eine rechtskonforme und effiziente Abwicklung. Dieser Beitrag beleuchtet die relevanten TARIC-Unterlagencodierungen, die ab 2026 verpflichtend sind, und gibt praxisnahe Hinweise für Unternehmen, die CBAM-pflichtige Waren importieren.

Hintergrund: CBAM und seine Auswirkungen auf die Zollpraxis

Das CBAM-System soll sicherstellen, dass für bestimmte Waren aus Drittländern ein CO₂-Ausgleich erfolgt. Während der Übergangsphase (bis 31. Dezember 2025) galt lediglich eine Berichterstattungspflicht. Ab 2026 dürfen CBAM-Waren nur dann zum zollrechtlich freien Verkehr überlassen werden, wenn der Anmelder als zugelassener CBAM-Anmelder registriert ist oder eine gesetzlich vorgesehene Ausnahme greift.


Neue Pflichtcodierungen in ATLAS-Zollanmeldungen

Ab dem 01.01.2026 müssen für CBAM-Waren spezifische TARIC-Unterlagencodierungen in der Zollanmeldung angegeben werden. Die wichtigsten Codierungen sind:

  • Y128 – CBAM-Kontonummer
    Nachweis des zugelassenen CBAM-Anmelders. Die CBAM-Kontonummer ist zwingend im Datenfeld „Nummer der Unterlage (Position)“ anzugeben.
  • Y134 – Waren mit Ursprung in Büsingen, Helgoland oder Livigno
    Ausnahmen von der Erfassung durch die CBAM-Verordnung.
  • Y135 und Y136 – Befreiungen für militärische Tätigkeiten sowie für Strom/Wasserstoff
    Diese Codierungen decken spezielle Befreiungstatbestände ab.
  • Y137 – De-Minimis-Regelung
    Unternehmen, die jährlich weniger als 50t der erfassten Waren einführen, sind von den Vorgaben des CBAM vollständig befreit (gilt nicht für Strom und Wasserstoff)
  • Y237 – Waren mit Ursprung in der EU
    Ausnahmen von der Erfassung durch die CBAM-Verordnung.
  • Y238 – Antrag auf Zuerkennung des Status eines zugelassenen CBAM-Anmelders wurde bis zum 31. März 2026 gestellt
    Gültig bis zum 27. September 2026 aufgrund der Verfahrensfrist.

Wichtiger Hinweis: Zollanmeldungen mit CBAM-Waren, die bis 31.12.2025 ohne diese Codierungen abgegeben und nicht angenommen wurden, werden ab 01.01.2026 zurückgewiesen. Unternehmen sollten daher sicherstellen, dass alle relevanten Daten rechtzeitig vorliegen.


Die 50-Tonnen-De-minimis-Schwelle: Nicht alle Unternehmen müssen sich registrieren

Ein zentraler Punkt: Nicht jedes Unternehmen ist verpflichtet, sich als CBAM-Anmelder registrieren zu lassen. Die CBAM-Verordnung sieht eine De-minimis-Regelung vor. Diese greift, wenn die Gesamtmenge der eingeführten CBAM-Waren im Kalenderjahr 50 Tonnen nicht überschreitet.

Das bedeutet:

  • Unternehmen, die unter dieser Schwelle bleiben, sind von der Pflicht zur Registrierung befreit.
  • Dennoch müssen auch diese Unternehmen prüfen, ob ihre Waren grundsätzlich CBAM-pflichtig sind und die entsprechenden Codierungen (z. B. Y137 für die De-minimis-Ausnahme) korrekt in der Zollanmeldung angegeben werden.

Proaktive Information gegenüber der SW Zoll-Beratung

Damit wir als Ihr Zollvertreter die korrekten Codierungen in den Zollanmeldungen setzen können, ist es unerlässlich, dass Sie uns als Ihren Vertreter informieren, sobald keine der o.g. Ausnahmeregelungen zutrifft, sodass Sie:

  • ein Antrag auf Zulassung als CBAM-Anmelder gestellt haben,
  • Ihr Antrag beschieden wurde und die CBAM-Kontonummer vorliegt.

Nur mit diesen Informationen können wir eine konforme Zollanmeldung gewährleisten und unnötige Verzögerungen oder Rückweisungen vermeiden.


Zum Nachlesen


Fazit

Die Einführung des CBAM-Systems markiert einen bedeutenden Schritt in der europäischen Klimapolitik – und stellt Unternehmen vor komplexe zollrechtliche Anforderungen. Mit einer sorgfältigen Vorbereitung und der Unterstützung eines erfahrenen Partners wie SW Zoll-Beratung lassen sich Risiken minimieren und Prozesse effizient gestalten.

Sie benötigen Unterstützung im Umgang mit CBAM und den neuen Zollanforderungen. Kommen Sie gerne auf uns zu, um gemeinsam Ihre Zollprozesse zukunftssicher zu machen.


SW Zoll-Beratung GmbH unterstützt Unternehmen mit fundierter Expertise, individueller Beratung und praxisnahen Schulungen rund um CBAM und anderen Zollthemen. Als Full-Service-Partner stehen wir Ihnen verlässlich zur Seite – persönlich, digital oder vor Ort.

Kontaktieren Sie uns – wir freuen uns auf Ihre Anfrage! Gerne über unser Kontaktformular oder direkt per Mail.

Ihre zuverlässige Zollagentur - SW Zoll-Beratung GmbH

Autor: Tim Mayer - Leiter Training & Beratung

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News & Trends

Einfuhr und Handel von Feuerwerkskörpern in Deutschland – Zollrechtliche, rechtliche und sicherheitsrelevante Aspekte
01.12.2025 |
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Einfuhr und Handel von Feuerwerkskörpern in Deutschland – Zollrechtliche, rechtliche und sicherheitsrelevante Aspekte

Der Jahreswechsel ohne Feuerwerk ist für viele Menschen in Deutschland kaum vorstellbar. Raketen, …
Einfuhr und Handel von Feuerwerkskörpern in Deutschland – Zollrechtliche, rechtliche und sicherheitsrelevante Aspekte

Silvester und die Tradition des Feuerwerks

Der Jahreswechsel ohne Feuerwerk ist für viele Menschen in Deutschland kaum vorstellbar. Raketen, Böller und bunte Leuchteffekte gehören zu Silvester wie das Anstoßen um Mitternacht. Doch hinter dem farbenfrohen Spektakel stehen strenge gesetzliche Regelungen, die für Sicherheit, Umweltschutz und Verbraucherschutz sorgen sollen. Besonders relevant sind dabei die Vorschriften des Sprengstoffgesetzes (SprengG), der Pyrotechnikrichtlinie sowie die zollrechtlichen Bestimmungen bei der Einfuhr von Feuerwerkskörpern.


Rechtliche Grundlagen und Klassifizierung von Feuerwerkskörpern

In der Europäischen Union werden Feuerwerkskörper nach der Richtlinie 2013/29/EU in verschiedene Kategorien (F1 bis F4) eingeteilt:

  • F1: Kleinstfeuerwerk mit sehr geringem Gefährdungspotenzial, z. B. Wunderkerzen, Knallerbsen oder Tischfeuerwerk. Verkauf ab 12 Jahren, ganzjährig erlaubt.
  • F2: Kleinfeuerwerk, typischerweise Silvesterfeuerwerk (Raketen, Batterien, Böller). Verkauf ab 18 Jahren, Abbrennen nur rund um Silvester erlaubt.
  • F3: Mittelfeuerwerk mit höherem Gefährdungspotenzial, z. B. Großraketen oder Feuerwerksbomben – nur für Personen mit sprengstoffrechtlicher Erlaubnis.
  • F4: Großfeuerwerk, ausschließlich für professionelle Pyrotechniker zugelassen.

Entscheidend ist die CE-Kennzeichnung: Nur konformitätsbewertete und mit CE-Zeichen versehene Feuerwerkskörper dürfen im Binnenmarkt gehandelt und eingeführt werden.


Einfuhrvorschriften für Privatpersonen

Privatpersonen dürfen Feuerwerkskörper nur unter bestimmten Bedingungen nach Deutschland einführen:

  • F1-Feuerwerk darf ganzjährig von Personen über 12 Jahren eingeführt werden, sofern es konformitätsbewertet und CE-gekennzeichnet ist.
  • F2-Feuerwerk darf grundsätzlich von Personen über 18 Jahren eingeführt werden, sofern keine sprengstoffrechtlich beschränkten Effekte (z. B. „celebration cracker“ oder Blitzknallsätze) enthalten sind.
  • F3 und F4 dürfen nur mit spezieller Erlaubnis nach § 7 oder § 27 SprengG eingeführt werden.

Nicht konformitätsbewertete Feuerwerkskörper, also ohne gültiges CE-Zeichen oder mit gefälschter Kennzeichnung, dürfen nicht eingeführt werden. In diesen Fällen erfolgt regelmäßig eine Beschlagnahme durch den Zoll und die Einleitung eines Strafverfahrens.

Reisefreimengen gelten hier nicht.


Zollpraxis: Beschlagnahmte Feuerwerkskörper

Die Zollbehörden beschlagnahmen jährlich mehrere tausend illegale Feuerwerksartikel an den Grenzen oder im Onlinehandel.
Nach Angaben des Zolls wurden zuletzt über 50.000 nicht konforme Feuerwerkskörper sichergestellt, häufig ohne CE-Kennzeichnung oder mit irreführenden Prüfzeichen.
Besonders auffällig sind Bestellungen aus Drittstaaten, bei denen Sicherheitsprüfungen fehlen oder falsche Kategorien angegeben sind.

Typische Beispiele beschlagnahmter Feuerwerkskörper

  • „Polenböller“ wie Cobra 6, Dum Bum oder La Bomba, mit überhöhter Explosivstoffmenge.
  • Raketen mit über 20 g Nettoexplosivmasse ohne CE-Kennzeichnung.
  • „Blitzknallsätze“ mit Magnesium-Aluminium-Gemischen, die in Deutschland nur mit Genehmigung eingeführt werden dürfen.

Diese Artikel stammen häufig aus Polen, Tschechien und China, wo nationale Sicherheitsanforderungen von den EU-Normen abweichen.


Onlinehandel und Risiken nicht konformer Ware

Immer häufiger gelangen nicht zugelassene Feuerwerkskörper über Online-Shops nach Deutschland. Viele dieser Plattformen sind im Ausland registriert und bieten vermeintlich legale Ware an.
Problematisch ist, dass Verbraucherinnen und Verbraucher oft nicht erkennen, ob die Produkte eine gültige CE-Prüfung durchlaufen haben.

Der Zoll kontrolliert daher verstärkt Post- und Kuriersendungen, um gefährliche Importe zu stoppen. Der Kauf solcher Ware kann strafrechtliche Folgen nach sich ziehen auch wenn die Bestellung privat erfolgt ist.


Strafrechtliche Konsequenzen

Der unerlaubte Erwerb, Besitz oder die Einfuhr von nicht zugelassenem Feuerwerk stellt eine Straftat nach dem Sprengstoffgesetz (§ 40 SprengG) dar und kann mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe geahndet werden.
Bei besonders gefährlichen Gegenständen oder Wiederholungstaten können höhere Strafen verhängt werden. Neben dem strafrechtlichen Risiko drohen erhebliche Versicherungsprobleme im Schadensfall insbesondere, wenn Verletzungen oder Sachschäden durch illegales Feuerwerk verursacht wurden.


Unfall- und Verletzungsstatistiken

Jedes Jahr kommt es rund um Silvester zu zahlreichen Verletzungen durch unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern. Nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) werden jährlich zwischen 800 und 1.200 Menschen an den Feiertagen durch Feuerwerk verletzt oftmals durch illegale oder selbstgebastelte Artikel. Parallel dazu werden in Deutschland jährlich Feuerwerkskörper im Wert von über 100 Millionen Euro verkauft, wobei rund 30 % der Verkäufe auf den Silvesterzeitraum entfallen.


Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte

Neben Sicherheitsfragen rückt zunehmend die Umweltbelastung durch Feuerwerk in den Fokus.

  • In der Silvesternacht werden laut Umweltbundesamt rund 4.000 Tonnen Feinstaub (PM10) freigesetzt – etwa 15 % der jährlich durch den Straßenverkehr verursachten Menge.
  • Rückstände von Schwermetallen und Plastikgehäusen belasten Böden und Gewässer.
  • Auch die Lärmbelastung hat ökologische Auswirkungen, insbesondere auf Wildtiere und Haustiere.

Zunehmend werden umweltfreundliche Alternativen entwickelt, etwa leise Feuerwerke, digitale Lichtshows oder Drohneninszenierungen, die den Jahreswechsel klimafreundlicher gestalten können.


Aktuelle Pressemitteilung des Zolls vom 12. November 2025

Bei einer Kontrolle an der deutsch-niederländischen Grenze wurde kürzlich ein Kleintransporter aus den Niederlanden überprüft. Im Laderaum fanden sich mehrere Kartons mit insgesamt rund 148 Kilogramm Feuerwerkskörpern der Kategorie F4, die nur von fachkundigen Personen genutzt werden dürfen.

Der Fahrer konnte die für den Transport erforderliche Genehmigung nicht vorweisen, weshalb die Feuerwerkskörper beschlagnahmt wurden. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz eingeleitet, zudem wurde eine Sicherheitsleistung in Höhe von 1.500 Euro erhoben.

Die weiteren Ermittlungen wurden vom Zollfahndungsamt übernommen, um die rechtlichen Schritte und Hintergründe des Falls vollständig aufzuklären.

Pressemitteilung des Zolls

Fazit

Der Handel und die Einfuhr von Feuerwerkskörpern unterliegen in Deutschland klaren gesetzlichen Regelungen. Nur CE-gekennzeichnete und konformitätsbewertete Produkte dürfen in Verkehr gebracht oder eingeführt werden. Verstöße führen regelmäßig zu Beschlagnahmen und strafrechtlichen Konsequenzen.
Neben der rechtlichen Dimension gewinnen Sicherheits- und Umweltaspekte zunehmend an Bedeutung nicht nur für Importeure, sondern auch für Verbraucher.

Mit fundiertem Wissen über Zoll-, Sprengstoff- und Umweltvorschriften lässt sich das Jahresende sicher, verantwortungsvoll und regelkonform gestalten.


Seit über 30 Jahren unterstützen wir Unternehmen mit maßgeschneiderten Dienstleistungen rund um das Thema Zoll und Außenwirtschaft. Ob Einfuhr, Ausfuhr, Präferenzkalkulation oder Compliance – unser erfahrene Zollexperten steht Ihnen mit fundiertem Know-how und praxisnahen Lösungen zur Seite.

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Autor: Dominik Wiedmann - Senior Consultant Training & Beratung

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News & Trends

Änderungen in der PEM-Zone ab 2026
11.11.2025 |
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Änderungen in der PEM-Zone ab 2026

Die Pan-Europa-Mittelmeer-Zone (PEM-Zone) ist ein zentraler Baustein für den internationalen …
Änderungen in der PEM-Zone ab 2026

Die Pan-Europa-Mittelmeer-Zone (PEM-Zone) ist ein zentraler Baustein für den internationalen Warenverkehr zwischen Europa, Nordafrika und Teilen des Nahen Ostens. Mit einem Handelsvolumen von mehreren Billionen Euro und über 20 Vertragsparteien ist die Harmonisierung der Ursprungsregeln entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

Ab dem 1. Januar 2026 tritt eine bedeutende Änderung in Kraft: Die Übergangsphase endet, und die revidierten Ursprungsregeln des PEM-Übereinkommens sollen flächendeckend angewendet werden. Doch die Realität ist komplexer – und birgt Chancen wie Risiken.


Was ändert sich?

Die Reform bringt mehrere zentrale Neuerungen, die Unternehmen kennen müssen:

  • Ende der Übergangsbestimmungen: Bis Ende 2025 konnten Unternehmen zwischen alten und neuen Ursprungsregeln wählen. Ab 2026 gilt grundsätzlich das revidierte Regelwerk.
  • Zwei Kumulationszonen bleiben bestehen: Nicht alle Länder haben ihre Freihandelsabkommen angepasst. Es entstehen zwei Zonen:
    • Zone 1: Länder mit dynamischem Verweis auf das revidierte PEM-Übereinkommen (z. B. EU, Schweiz, EFTA-Staaten).
    • Zone 2: Länder ohne Anpassung, die weiterhin die alten Regeln anwenden.
  • Diagonale Kumulierung eingeschränkt: Sie ist nur innerhalb einer Zone möglich.

Neue Ursprungsregeln bringen Flexibilität:

Auf diese Vorteile können sich Unternehmen bei den revidierten Ursprungsregeln des PEM-Übereinkommens freuen:

  • Erhöhung der Toleranzgrenze für nicht ursprungsberechtigte Materialien von 10 % auf 15 %.
  • Abschaffung des Drawback-Verbots für die meisten Produkte.
  • Einführung der „vollen“ Kumulierung für zahlreiche Waren.
  • Erleichterungen für Textilien und Chemikalien durch neue Listenregeln.

Fazit

Die Reform der PEM-Ursprungsregeln ist ein bedeutender Schritt für den internationalen Handel – mit unterschiedlichen Auswirkungen je nach Unternehmenssituation.

Für Unternehmen, die Kumulierung nutzen, bleibt die Lage komplex: Die Anwendung der neuen Regeln erfordert eine sorgfältige Prüfung der Kumulierungsmatrix, da die diagonale Kumulierung nur innerhalb bestimmter Ländergruppen möglich ist. Lieferketten müssen neu bewertet und Ursprungskalkulationen angepasst werden.

Für Unternehmen ohne Kumulierung hingegen eröffnen sich vergleichsweise einfache Vorteile: Die neuen Ursprungsregeln bieten mehr Flexibilität, etwa durch höhere Toleranzgrenzen und die Abschaffung des Drawback-Verbots. In diesen Fällen genügt meist ein gezielter Blick in WuP online, um die neuen Listenregeln zu prüfen und die Präferenzfähigkeit sicherzustellen.


Seit über 30 Jahren unterstützen wir Unternehmen mit maßgeschneiderten Dienstleistungen rund um das Thema Zoll und Außenwirtschaft. Ob Einfuhr, Ausfuhr, Präferenzkalkulation oder Compliance – unser erfahrene Zollexperten steht Ihnen mit fundiertem Know-how und praxisnahen Lösungen zur Seite.

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Zollrecht & Compliance News & Trends

EU-Kommission verschärft Schutzmaßnahmen für die Stahlindustrie Kontingente, Zölle und Rückverfolgbarkeit
10.11.2025 |
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EU-Kommission verschärft Schutzmaßnahmen für die Stahlindustrie: Kontingente, Zölle und Rückverfolgbarkeit

Am 7. Oktober 2025 hat die Europäische Kommission einen Vorschlag zur Verstärkung der …
EU-Kommission verschärft Schutzmaßnahmen für die Stahlindustrie Kontingente, Zölle und Rückverfolgbarkeit

Am 7. Oktober 2025 hat die Europäische Kommission einen Vorschlag zur Verstärkung der Schutzmaßnahmen für die europäische Stahlindustrie vorgelegt. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors zu sichern, Arbeitsplätze zu schützen und die Dekarbonisierung der Stahlproduktion zu fördern. Hintergrund sind die globalen Überkapazitäten, die den europäischen Markt belasten und zu einem erhöhten Preisdruck führen.


Begrenzung zollfreier Einfuhren und Erhöhung des Nichtquotenzolls

Die vorgeschlagenen Maßnahmen umfassen die Begrenzung der zollfreien Einfuhren auf 18,3 Millionen Tonnen pro Jahr, was einer Reduzierung um 47 % gegenüber 2024 entspricht. Zusätzlich soll der Nichtquotenzollsatz von 25 % auf 50 % erhöht werden. Für Unternehmen im Stahlhandel bedeutet dies steigende Importkosten und die Notwendigkeit, Beschaffungsstrategien und Handelsprozesse anzupassen.


Schmelz- und Gießpflicht für Rückverfolgbarkeit

Neu eingeführt wird die Schmelz- und Gießpflicht, die die Rückverfolgbarkeit der Stahlproduktion sicherstellt. Unternehmen müssen nachweisen, wo der Stahl geschmolzen und gegossen wurde, um Umgehungen der Schutzmaßnahmen zu verhindern. Diese Regelung hat direkte Auswirkungen auf Zoll-Compliance, Ursprungsnachweise und interne Dokumentationsprozesse.


WTO-Konformität und globale Handelsperspektive

Die Maßnahmen entsprechen den WTO-Vorgaben und sollen gleichzeitig die Prinzipien des offenen Handels wahren. Die Kommission kooperiert mit internationalen Partnern, um globale Überkapazitäten zu reduzieren und Marktverzerrungen zu vermeiden. Das Engagement erstreckt sich auf das Globale Forum für Stahlüberkapazitäten und bilaterale WTO-Verhandlungen zur Zuteilung länderspezifischer Kontingente.


Ausnahmen und Sonderregelungen

  • EWR-Länder (Norwegen, Island, Liechtenstein) sind von Kontingenten und Zöllen ausgenommen.
  • Besondere Sicherheitslagen wie in Bewerberländern (z. B. Ukraine) werden berücksichtigt, ohne die Wirksamkeit der Maßnahmen zu gefährden.

Gesetzgebungsverfahren und Inkrafttreten

Die neue Regelung soll die derzeitigen Schutzmaßnahmen ersetzen, die im Juni 2026 auslaufen. Nach Zustimmung von Europäischem Parlament und Rat tritt die Verordnung in Kraft. Der Rat muss die Aufnahme der Verhandlungen mit qualifizierter Mehrheit beschließen.


Auswirkungen auf Zoll- und Außenhandelsprozesse

Die Kombination aus reduzierten Kontingenten, höheren Zöllen und strenger Rückverfolgbarkeit stellt Unternehmen vor operative und strategische Herausforderungen:

  • Importkosten: Steigende Zölle erhöhen die Beschaffungskosten.
  • Lieferkettenmanagement: Anpassungen zur Nutzung der verfügbaren Kontingente werden notwendig.
  • Compliance und Dokumentation: Die Schmelz- und Gießpflicht erfordert präzise Ursprungsnachweise und stärkt interne Kontrollprozesse.

Fazit

Die vorgeschlagenen Maßnahmen der EU-Kommission zielen auf einen dauerhaften Schutz der Stahlindustrie unter Wahrung der Wettbewerbsprinzipien und WTO-Konformität. Für Zollverantwortliche und Außenhandelsakteure ist eine frühzeitige Anpassung von Prozessen, Dokumentation und Beschaffungsstrategien entscheidend, um regulatorische Risiken zu minimieren und die Wettbewerbsfähigkeit auf dem europäischen Markt zu sichern.


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Kombinierte Nomenklatur 2026 Was ändert sich
03.11.2025 |
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Kombinierte Nomenklatur 2026: Was ändert sich?

Mit der Durchführungsverordnung (EU) 2025/1926 hat die Europäische Kommission die Kombinierte …
Kombinierte Nomenklatur 2026 Was ändert sich

Mit der Durchführungsverordnung (EU) 2025/1926 hat die Europäische Kommission die Kombinierte Nomenklatur (KN) grundlegend überarbeitet. Die Änderungen treten gestaffelt in Kraft: Erste Anpassungen gelten bereits seit dem 01.11.2025, die vollständige Neufassung der KN wird zum 01.01.2026 verbindlich. Für Unternehmen, die Waren importieren, exportieren oder zolltechnisch klassifizieren, ergibt sich daraus konkreter Handlungsbedarf.


Ziele der Überarbeitung

Die KN ist das zentrale Instrument zur zolltariflichen Einreihung von Waren in der EU. Die aktuelle Revision verfolgt mehrere Ziele:

  • Modernisierung der Struktur und Anpassung an technologische Entwicklungen.
  • Verbesserung der statistischen Erfassung und handelspolitischen Steuerung.
  • Harmonisierung mit dem Harmonisierten System (HS) der Weltzollorganisation.
  • Klarstellung und Vereinfachung bestehender Einreihungsregeln.

Was ändert sich?

Die Änderungen an der Kombinierten Nomenklatur zum Jahreswechsel 2025/2026 betreffen sowohl die Struktur als auch die inhaltliche Ausgestaltung des Zolltarifs. Neben der Streichung einzelner Anmerkungen – etwa zur Einreihung von Weihnachtsartikeln – wurden zahlreiche neue Unterpositionen eingeführt, insbesondere für technologisch relevante Produkte wie Lithiumverbindungen, Komponenten für Windkraftanlagen oder Photovoltaik-Wafer. Diese dienen der verbesserten statistischen Erfassung und handelspolitischen Steuerung. Gleichzeitig wurden bestehende Positionen redaktionell überarbeitet, Maßeinheiten angepasst und Fußnoten präzisiert. Die Änderungen betreffen nahezu alle Kapitel der KN und führen zu einer vollständigen Neufassung des Anhangs I der Verordnung (EWG) Nr. 2658/87, die ab dem 1. Januar 2026 gilt. Unternehmen müssen sich auf neue Einreihungslogiken einstellen und ihre Zollprozesse entsprechend anpassen.


Warum jetzt Schulungsbedarf besteht

Die Änderungen sind komplex, weitreichend und betreffen nahezu alle Warengruppen. Die korrekte Einreihung ist nicht nur für die Zollabwicklung entscheidend, sondern auch für:

  • Zollsatzermittlung
  • Präferenzprüfung
  • Exportkontrolle
  • Statistik und Intrastat
  • Compliance und Risikoabsicherung

Fehlerhafte Einreihungen können zu Nachforderungen, Verzögerungen oder Sanktionen führen. Die neue Struktur der KN erfordert ein systematisches Verständnis der Einreihungslogik, insbesondere bei Mischwaren, Sets, Verpackungen und neuen Technologien.


Fazit: Jetzt informieren – und Schulung buchen

Die SW Zoll-Beratung bietet eine praxisnahe Schulung zu den Änderungen im Zolltarif zum Jahreswechsel. Die Inhalte sind speziell auf die Anforderungen von Zollverantwortlichen, Sachbearbeitern und Exportmanagern zugeschnitten.

Zu den Schulungen: Änderungen im Zolltarif zum Jahreswechsel

Mit unserer Unterstützung sichern sich Unternehmen Rechtssicherheit, Effizienz und Stabilität in einem dynamischen Umfeld. Als führender Full-Service-Partner für Zoll begleiten wir Sie strategisch, operativ und persönlich.


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News & Trends Zollverfahren & Abwicklung

Exportkontrolle Aktualisierte FAQs der EU-Kommission zu den Russland-Sanktionen
23.10.2025 |
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Exportkontrolle: Aktualisierte FAQs der EU-Kommission zu den Russland-Sanktionen

Am 8. September 2025 hat die Europäische Kommission eine überarbeitete Fassung der häufig …
Exportkontrolle Aktualisierte FAQs der EU-Kommission zu den Russland-Sanktionen

Am 8. September 2025 hat die Europäische Kommission eine überarbeitete Fassung der häufig gestellten Fragen (FAQs) zu den Russland-Sanktionen veröffentlicht. Der Leitfaden bezieht sich auf die Verordnungen (EU) Nr. 833/2014 und (EU) Nr. 269/2014 und dient als praxisorientierte Hilfestellung für Unternehmen, Finanzinstitute und andere Akteure im europäischen Außenhandel.
Die Aktualisierung soll die rechtskonforme Umsetzung der EU-Sanktionsmaßnahmen vereinfachen und bestehende Unklarheiten in der täglichen Praxis reduzieren.


Zentrale Themen der überarbeiteten FAQ

Der neue Leitfaden bietet eine strukturierte Zusammenstellung zu zahlreichen praktischen Fragen, die sich aus der Anwendung der Russland-Sanktionen ergeben.

Zu den behandelten Schwerpunkten gehören:

  • Bankkonten und FinanztransaktionenDetaillierte Hinweise, wann und unter welchen Voraussetzungen Finanzinstitute Konten russischer Staatsangehöriger oder Unternehmen mit Russlandbezug einschränken dürfen.
  • Warenlieferungen und Transit über Russland
    Klärung, in welchen Fällen der Transport von Gütern über russisches Territorium in Drittländer zulässig ist, insbesondere bei nicht gelisteten Gütern.
  • Exportbeschränkungen nach Anhang VII und XXIII der Verordnung (EU) 833/2014
    Übersicht der aktuell von Ausfuhrverboten betroffenen Produktgruppen und kritischer Komponenten.
  • Sorgfaltspflichten und Due-Diligence-Prüfungen
    Beschreibung der erforderlichen internen Prüfmechanismen bei Geschäftspartnern mit russischen Beteiligungen oder indirekten Verflechtungen.
  • Technische Unterstützung und Vermittlungsleistungen
    Präzisierung der Abgrenzung zwischen zulässiger technischer Hilfe und verbotenen Unterstützungsleistungen.
  • Wertpapiere und Finanzinstrumente mit Russland-BezugErläuterung, unter welchen Bedingungen Fonds, Anleihen oder Beteiligungen gehandelt oder neu aufgelegt werden dürfen.
  • Umgehungshandlungen („wissentlich und mit Absicht“)Definition und Beispiele zur Bewertung möglicher Umgehungsrisiken, insbesondere bei komplexen Lieferketten oder Zwischenhändlern.

Einbindung in betriebliche Compliance- und Sanktionsprozesse

Die aktualisierten FAQs verdeutlichen, dass eine systematische Exportkontroll-Compliance entscheidend bleibt, um Haftungsrisiken und Reputationsschäden zu vermeiden.
Unternehmen sollten die neuen Leitlinien insbesondere nutzen, um:

  • ihre internen Kontrollsysteme (Internal Compliance Programmes, ICP) an die EU-Vorgaben anzupassen,
  • Prüfprozesse in ATLAS, EZT-Online oder internen Zollsystemen zu harmonisieren,
  • Lieferketten-Screenings auf indirekte Russland-Bezüge auszuweiten,
  • und die Verantwortlichkeiten zwischen Zoll, Recht, Einkauf und Vertrieb klar zu strukturieren.

Für Zollverantwortliche ist die enge Abstimmung zwischen Exportkontrolle, Ursprungsprüfung, Zollwertermittlung und Sanktionslistenprüfung von besonderer Bedeutung.
Die FAQs bieten wertvolle Orientierung, um diese Schnittstellen operativ abzusichern und den Dokumentationsaufwand im Rahmen von Außenhandelsprüfungen zu reduzieren.


Bedeutung für die Zoll- und Außenhandelspraxis

Die Veröffentlichung unterstreicht die Dynamik des europäischen Sanktionsrechts und seine enge Verbindung zu zollrechtlichen Prozessen.
Insbesondere bei Ausfuhranmeldungen, indirekten Reexporten oder Transitvorgängen ist sicherzustellen, dass keine Verstöße gegen die EU-Sanktionsverordnungen entstehen.
Die FAQs leisten hier einen wichtigen Beitrag, indem sie konkrete Auslegungs- und Anwendungsbeispiele bieten, die im täglichen Geschäft helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen.


Fazit und Handlungsempfehlung

Mit der Aktualisierung der FAQs stärkt die EU-Kommission die Rechtssicherheit für Unternehmen, die im internationalen Handel tätig sind.
Die Leitlinien dienen als praktisches Nachschlagewerk und sollten integraler Bestandteil jedes internen Exportkontrollsystems sein.

Regelmäßige Überprüfung, Anpassung und Schulung der internen Prozesse ist unerlässlich, um auf Änderungen im Sanktionsrecht schnell reagieren zu können.
Eine enge Zusammenarbeit zwischen Zollabteilung, Compliance, Einkauf und Vertrieb bleibt der Schlüssel zu einer rechtssicheren Umsetzung.


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Autor: Dominik Wiedmann - Senior Consultant Training & Beratung

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Chancen und Herausforderungen mit dem EU Customs Data Hub
14.10.2025 |
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Chancen und Herausforderungen mit dem EU Customs Data Hub

Mit der geplanten Reform des EU-Zollkodexes und der Einführung einer zentralen EU-Zollbehörde …
Chancen und Herausforderungen mit dem EU Customs Data Hub

Mit der geplanten Reform des EU-Zollkodexes und der Einführung einer zentralen EU-Zollbehörde verfolgt die Europäische Kommission das Ziel, die Zollabwicklung in Europa grundlegend zu modernisieren. Ein zentrales Element dieser Reform ist der EU Customs Data Hub – eine datenbasierte, eventgesteuerte Plattform, die die Zollprozesse vereinheitlichen, automatisieren und effizienter gestalten soll.

In diesem Zusammenhang hat die Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung e.V. (AWV) ein Fachpapier mit dem Titel „Daten als Schlüssel zum kontrollierten Warenverkehr“ veröffentlicht. Die AWV versteht sich als bundesweites Netzwerk für Digitalisierung und Bürokratieentlastung und entwickelt praxisnahe Antworten auf aktuelle Herausforderungen administrativer Prozesse. Ziel der Veröffentlichung ist es, den konzeptionellen Ansatz des EU Customs Data Hub aus technischer und operativer Sicht zu analysieren, Chancen und Risiken zu bewerten und erste Ideen für eine realistische Umsetzung zu formulieren.

Die AWV-Projektgruppe „EU Customs Data Hub“ setzt sich aus erfahrenen Fachleuten des europäischen Zollwesens zusammen und verfolgt das Ziel, die Auswirkungen der Reform auf Wirtschaft und Verwaltung ganzheitlich zu beleuchten. Dabei werden insbesondere die Potenziale für eine strategische Neuausrichtung des europäischen Zollraums sowie die Anforderungen an eine zukunftsfähige IT-Infrastruktur herausgearbeitet.


Warum ein EU Customs Data Hub?

Die derzeitige Zolllandschaft in Europa ist geprägt von nationalen IT-Systemen, unterschiedlichen Rechtsauslegungen und fragmentierten Datenflüssen. Diese Struktur führt zu Ineffizienzen, erhöhtem Kontrollaufwand und einer hohen Anfälligkeit für Betrug. Der EU Customs Data Hub soll diese Herausforderungen adressieren, indem er als zentrale, eventgesteuerte Datenplattform agiert, die alle relevanten Akteure miteinander vernetzt und eine intelligente, automatisierte Verarbeitung zollrelevanter Informationen ermöglicht.


Die Kernfunktionen des Data Hubs

Der EU Customs Data Hub soll vier zentrale Funktionen erfüllen:

  • Zollabfertigung: Digitale Unterstützung bei Kontrollmaßnahmen, Steuererhebung und der Anwendung besonderer Verfahren
  • Konnektivität: Echtzeit-Datenaustausch zwischen Wirtschaft, Behörden und Logistiksystemen
  • Zusammenarbeit: Integration aller relevanten Behörden zur gemeinsamen Entscheidungsfindung
  • Data Excellence: Nutzung von Big Data und KI zur Risikoanalyse und Transparenz in Lieferketten

Besonders im E-Commerce-Sektor besteht dringender Handlungsbedarf, da hier die Kontrollmechanismen bislang nur eingeschränkt greifen.


Technische und organisatorische Säulen der Lösung

Die Umsetzung des Data Hubs basiert auf vier technischen Säulen:

  • Datensicherheit und Betrieb: Schutz sensibler Daten durch moderne Sicherheitskonzepte.
  • Datenmodell und Verknüpfung: Entwicklung flexibler Datenstrukturen zur Integration externer Informationen.
  • Verarbeitung und Lebenszyklus: Ereignisbasierte Datenverarbeitung mit hoher Automatisierung.
  • Datenaustausch: Effiziente Schnittstellen für die Datenbereitstellung und -abfrage.

Diese Säulen müssen durch klare technische Konzepte, eine durchdachte Migrationsstrategie und die Berücksichtigung nationaler Besonderheiten ergänzt werden.


Prinzipien für eine erfolgreiche Umsetzung

Die Projektgruppe der AWV identifiziert sechs zentrale Prinzipien für die Realisierung des Data Hubs:

  • Höchste Automatisierung: Minimierung manueller Eingriffe.
  • Daten aus erster Hand: Direkte Anbindung der Datenquellen.
  • Einsatz von KI: Unterstützung bei Datenanalyse und Entscheidungsfindung.
  • Gemeinsame Datenräume: Zusammenführung von privaten und öffentlichen Daten.
  • Modularität und Serviceorientierung: Flexible Architektur für nachhaltige Weiterentwicklung.
  • Sorgfältige Migration: Schrittweise Einführung mit Pilotprojekten.

Diese Prinzipien bilden die Grundlage für eine zukunftsfähige Zoll-IT-Infrastruktur in Europa.


Herausforderungen und Lösungsansätze

Die größte Herausforderung liegt in der Verknüpfung heterogener Datenquellen. Wirtschaftsbeteiligte liefern Informationen in unterschiedlichen Formaten, die bislang manuell in zollrechtliche Strukturen überführt werden. Ein intelligentes Mapping zwischen externen Handelsdaten und internen Zollmodellen ist erforderlich – idealerweise unterstützt durch künstliche Intelligenz.

Auch die Identifikation zusammengehöriger Datenströme stellt eine Hürde dar. Konzepte wie die MRN oder UCR sind hilfreich, aber nicht immer praktikabel. KI-basierte Verknüpfungsmechanismen könnten hier neue Wege eröffnen, vorausgesetzt es steht eine ausreichend große und qualitativ hochwertige Datenbasis zur Verfügung.


Ausblick: Pilotprojekte und Zusammenarbeit als Schlüssel

Die Einführung des EU Customs Data Hub ist ein langfristiges Vorhaben, das technisches Know-how, rechtliche Expertise und wirtschaftliches Verständnis vereint. Nur durch interdisziplinäre Zusammenarbeit, offene Diskussionen und praxisnahe Pilotprojekte kann das volle Potenzial dieser Reform ausgeschöpft werden.


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Autor: Tim Mayer - Leiter Training & Beratung

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News & Trends

Wiedereinführung der Iran-Sanktionen
01.10.2025 |
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Wiedereinführung der Iran-Sanktionen

Am 30. September 2025 hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die …
Wiedereinführung der Iran-Sanktionen

Am 30. September 2025 hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Wiedereinführung der Sanktionen gegen den Iran bekanntgegeben. Diese Maßnahme erfolgt im Einklang mit der Resolution 2231 (2015) des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen (VN) und basiert auf dem Beschluss (GASP) 2025/1972, der durch die Verordnung (EU) 2025/1975 umgesetzt wurde.

Die Entscheidung zur Reaktivierung der Sanktionen wurde insbesondere durch die Haltung Deutschlands und Frankreichs beeinflusst, die sich für eine vollständige Wiederaufnahme der ausgesetzten oder aufgehobenen Nuklearsanktionen der EU ausgesprochen haben. Da der VN-Sicherheitsrat keine neue Resolution zur Aufhebung der Sanktionen verabschiedet hat, gelten die restriktiven Maßnahmen nun wieder uneingeschränkt.


Hintergrund und rechtliche Grundlagen

Die Sanktionen gegen den Iran betreffen insbesondere den Bereich der nuklearen Nichtverbreitung. Sie sind Teil eines umfassenden Sanktionsregimes, das sich aus verschiedenen EU-Verordnungen und GASP-Beschlüssen zusammensetzt. Die aktuelle Wiedereinführung stützt sich auf:

  • Beschluss (GASP) 2025/1972
  • Verordnung (EU) 2025/1975

Diese Regelwerke enthalten unter anderem:

  • Ausfuhrverbote für bestimmte Güter mit potenziellem militärischem oder nuklearem Verwendungszweck
  • Finanzsanktionen gegen gelistete Personen und Organisationen
  • Dienstleistungsverbote, insbesondere im technischen Bereich
  • Genehmigungspflichten für bestimmte Geschäftsvorgänge

Die restriktiven Maßnahmen gelten unmittelbar und sind von Unternehmen, die mit dem Iran in außenwirtschaftlicher Beziehung stehen, zwingend zu beachten.


Auswirkungen auf Unternehmen und Zollverantwortliche

Die Wiedereinführung der Sanktionen hat weitreichende Konsequenzen für die Exportwirtschaft. Unternehmen, die Geschäftsbeziehungen mit iranischen Partnern pflegen oder Lieferungen in den Iran planen, müssen ihre Prozesse umgehend an die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen anpassen.

Besonders betroffen sind:

  • Exportierende Unternehmen mit Produkten, die unter die Dual-Use-Verordnung oder spezifische Embargovorschriften fallen
  • Zollverantwortliche und Compliance-Beauftragte, die für die rechtskonforme Abwicklung von Ausfuhren zuständig sind
  • Dienstleister im Bereich technischer Unterstützung, deren Leistungen unter die Dienstleistungsverbote fallen könnten

Fazit: Stabilität durch Expertise in einem dynamischen Umfeld

Die Wiedereinführung der Iran-Sanktionen zeigt einmal mehr, wie dynamisch und komplex das außenwirtschaftliche Umfeld ist. Für Unternehmen bedeutet dies eine erhöhte Verantwortung und die Notwendigkeit, schnell und rechtskonform zu reagieren.


Als Full-Service-Partner für Zoll und Außenhandel steht die SW Zoll-Beratung Unternehmen bei der Umsetzung dieser Maßnahmen kompetent zur Seite – ob durch strategische Beratung, operative Unterstützung oder gezielte Schulungen.

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Autorin: Tim Mayer - Leiter Training & Beratung

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News & Trends Zollrecht & Compliance

Update EUDR
25.09.2025 |
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Update zur EU-Entwaldungsverordnung

Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) steht für einen bedeutenden Schritt in Richtung nachhaltiger …
Update EUDR

Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) steht für einen bedeutenden Schritt in Richtung nachhaltiger Lieferketten und globalen Waldschutz. Unternehmen müssen vor dem Inverkehrbringen oder Export bestimmter Waren wie Holz, Soja, Palmöl, Kakao, Kaffee, Rind oder Kautschuk eine Sorgfaltserklärung über ein zentrales EU-System abgeben.

Ursprünglich sollte die Verordnung bereits Ende 2024 in Kraft treten, diese Frist wurde allerdings auf 2025 verschoben.
Am 23.09.2025 hat die EU-Kommission nun eine weitere Verschiebung um ein Jahr vorgeschlagen.


Gründe für die Verschiebung

Die EU-Kommission nennt technische Schwierigkeiten mit einem IT-System als Hauptgrund für die Verzögerung. Dieses System soll die Umsetzung der Verordnung unterstützen, ist jedoch laut Einschätzung der Kommission derzeit nicht in der Lage, die Anforderungen zuverlässig zu erfüllen. Es besteht die Sorge, dass eine überstürzte Einführung zu Störungen in den Handelsströmen führen könnte.

Die zusätzlich gewonnene Zeit soll nun genutzt werden, um die Null-Risiko-Variante rechtssicher und klar in die Verordnung zu integrieren. Die Null-Risiko-Variante der EU-Entwaldungsverordnung soll Unternehmen von bürokratischen Pflichten entlasten, wenn Rohstoffe aus Ländern stammen, die kein Entwaldungsrisiko aufweisen. So kann der Fokus stärker auf Regionen mit tatsächlichem Risiko gelegt werden und nachhaltige Land- und Forstwirtschaft wird gefördert. Somit wird der globale Waldschutz weiterhin gewährleistet und gleichzeitig die Wirtschaft vor übermäßigen regulatorischen Belastungen geschützt. Entsprechende Verhandlungen und Abstimmungen auf europäischer Ebene werden fortgeführt.


Fazit:

Die EUDR ist ein zentraler Baustein für nachhaltigen Handel und globale Umweltverantwortung. Trotz der Verschiebung bleibt sie ein verbindlicher Bestandteil zukünftiger EU-Regulierung. Die Anforderungen sind komplex, aber mit der richtigen Vorbereitung zu bewältigen.
Unternehmen sollten die Verschiebung nutzen, um Ihr System weiter aufzubauen, anzupassen und auf dem aktuellsten Stand zu bleiben.


Seit über 30 Jahren unterstützen wir Unternehmen mit maßgeschneiderten Dienstleistungen rund um das Thema Zoll und Außenwirtschaft. Ob Einfuhr, Ausfuhr, Präferenzkalkulation oder Compliance – unsere erfahrenen Zollexperten stehen Ihnen mit fundiertem Know-how und praxisnahen Lösungen zur Seite.

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Autorin: Lisa Wilkes - Junior Consultant Training & Beratung

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News & Trends

Projekt „Zoll 2030“ Modernisierung der Zollverwaltung – Auswirkungen, Chancen und To‑dos
19.09.2025 |
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Projekt „Zoll 2030“: Modernisierung der Zollverwaltung – Auswirkungen, Chancen und To‑dos

Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) treibt mit der Strategie „Zoll 2030“ eine umfassende …
Projekt „Zoll 2030“ Modernisierung der Zollverwaltung – Auswirkungen, Chancen und To‑dos

Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) treibt mit der Strategie „Zoll 2030“ eine umfassende Modernisierung der deutschen Zollverwaltung voran. Zielbilder sind eine spürbare Stärkung des Beitrags zur inneren Sicherheit, eine wettbewerbsfähige Wirtschafts- und Abfertigungsadministration sowie effizientere, stärker automatisierte Prozesse.


Strategische Zielsetzung und Kernmaßnahmen

Die offizielle BMF-Strategieseite und amtliche Publikationen zeichnen ein klares Maßnahmenbild:

Die Strategie „Zoll 2030“ verfolgt das Ziel, die deutsche Zollverwaltung grundlegend zu modernisieren und ihre Leistungsfähigkeit in einer zunehmend komplexen globalen Handels- und Sicherheitslandschaft zu stärken. Im Mittelpunkt steht die Ausrichtung der Generalzolldirektion (GZD) auf zwei zentrale Fachstränge: „Wirtschaft und Einnahmen“ sowie „Sicherheit und Vollzug“. Diese Neustrukturierung soll durch die Verschlankung und Zusammenlegung bestehender Direktionen erreicht werden, um Entscheidungswege zu verkürzen und die Effizienz zu erhöhen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der Ortsbehörden. Hierzu sollen freie Dienstposten gezielt eingesetzt werden, um die operative Präsenz vor Ort zu sichern. Parallel dazu werden die Ermittlungs- und Vollzugskompetenzen gebündelt. Die bisher getrennt agierenden Einheiten – Zollfahndungsdienst, Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) und Kontrolleinheiten – werden zusammengeführt. Erste Schritte in diese Richtung sind bereits erfolgt, etwa durch die Einrichtung gemeinsamer regionaler Ermittlungszentren im Rahmen der OK-Strategie.

Auch die Ausbildung erfährt eine grundlegende Reform: Für den Vollzugsbereich wird ein eigener Studiengang eingeführt, um die Qualifikation des Personals langfristig zu sichern. Ergänzend wird ein Lage- und Krisenzentrum innerhalb der GZD geschaffen, das direkt der Leitung unterstellt ist und die Reaktionsfähigkeit in Krisensituationen erhöhen soll.

Darüber hinaus setzt die Strategie auf eine umfassende Modernisierung der Zollabfertigung. Dies umfasst die stärkere Automatisierung der Prozesse sowie eine Konzentration der Zollämter, um Ressourcen effizienter zu nutzen. Schließlich wird eine stärkere Internationalisierung angestrebt, verbunden mit einem systematischen Benchmarking in allen relevanten Bereichen, um die Zollverwaltung im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig zu halten.


Strukturentscheidungen 2025: Architektur und Zeitpfad

Am 1. Juli 2025 traf der Lenkungsausschuss im BMF zentrale Entscheidungen zur künftigen Architektur der Zollverwaltung – ein Meilenstein für „Zoll 2030“. Kernelemente:

  • In der GZD entsteht ein Leitungskollegium mit vier Vizepräsidien für „Wirtschaft und Einnahmen“, „Sicherheit und Vollzug“, „Zentrale Verwaltung und Bildung“ sowie „Digitalisierung/ Zentrales Rechnungswesen/ Service Center“.
  • Fusion der Hauptzollämter und Zollfahndungsämter zu gemeinsamen Ortsbehörden; Reduktion von bisher 49 auf künftig 41 Ortsbehörden.
  • Gesetzliche Anpassungen sind erforderlich: Ein Gesetzentwurf soll nach dem 30. September 2025 in den Bundestag eingebracht werden. Konkrete strukturelle Maßnahmen sind nicht vor Q3 2026 zu erwarten.

Zeitliche Einordnung und Umsetzungslogik

Die BMF-Kommunikation nennt erste Ergebnisse im Laufe des Jahres 2025 und betont die fortlaufende Modernisierungsoffensive.

Gleichzeitig gilt: Strukturreformen benötigen gesetzliche Grundlagen, Übergangsfristen und Anpassungen in IT, Organisation und Personalentwicklung. Daher ist ein mehrjähriger, stufenweiser Roll-out realistisch – mit Pilotierungen/ Zwischenergebnissen vor der breiten Umsetzung der Zielstruktur.


Perspektive der Wirtschaft: Chancen und Risiken

Aus Sicht der Wirtschaft bietet die Strategie „Zoll 2030“ sowohl erhebliche Chancen als auch nicht zu unterschätzende Risiken. Positiv bewertet wird vor allem die geplante Modernisierung der Strukturen und die stärkere Digitalisierung der Zollprozesse. Unternehmen erwarten dadurch eine effizientere Abwicklung, kürzere Bearbeitungszeiten und eine verbesserte Transparenz in der Kommunikation mit den Zollbehörden. Auch die Bündelung von Ermittlungs- und Vollzugskompetenzen kann zu klareren Zuständigkeiten und einer höheren Rechtssicherheit beitragen.

Gleichzeitig bestehen jedoch Bedenken hinsichtlich der praktischen Umsetzung. Die geplante Konzentration von Zollämtern könnte für Unternehmen in ländlichen Regionen längere Wege und höhere logistische Aufwände bedeuten. Hinzu kommt die Sorge, dass zusätzliche Gebühren oder neue administrative Anforderungen insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen belasten könnten. Wirtschaftsverbände fordern daher, dass die Reform nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch praxistauglich gestaltet wird. Ein zentrales Anliegen ist, dass digitale Lösungen nicht als „digitaler Briefkasten“ enden, sondern als vollwertige operative Plattformen mit echtem Mehrwert für die Unternehmen entwickelt werden.

Damit die Chancen überwiegen, ist eine enge Einbindung der Wirtschaft in den Reformprozess entscheidend. Transparente Kommunikation, realistische Übergangsfristen und eine konsequente Ausrichtung an den Bedürfnissen der Unternehmen sind Schlüsselfaktoren für den Erfolg von „Zoll 2030“.


Fazit

„Zoll 2030“ setzt die Leitplanken für eine leistungsfähige, digitalere und sicherheitsstärkende Zollverwaltung. Der Nutzen für Wirtschaft und Verwaltung entsteht, wenn Praxistauglichkeit, Personal- und IT‑Ausstattung und Standardisierung konsequent mitwachsen. Unternehmen, die frühzeitig Prozesse, Datenhaushalt und Governance ausrichten, sichern Wettbewerbsfähigkeit und Rechtssicherheit – und sind für die kommenden Jahre belastbar aufgestellt.


Seit über 30 Jahren unterstützen wir Unternehmen mit maßgeschneiderten Dienstleistungen rund um das Thema Zoll und Außenwirtschaft. Ob Einfuhr, Ausfuhr, Präferenzkalkulation oder Compliance – unser erfahrene Zollexperten steht Ihnen mit fundiertem Know-how und praxisnahen Lösungen zur Seite.

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Autor: Tim Mayer- Leiter Training & Beratung

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News & Trends

Aktualisierung der Anhänge der EU-Dual-Use-Verordnung
17.09.2025 |
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Aktualisierung der Anhänge der EU-Dual-Use-Verordnung

Die Europäische Kommission hat am 8. September 2025 eine Delegierte Verordnung zur Änderung der …
Aktualisierung der Anhänge der EU-Dual-Use-Verordnung

Die Europäische Kommission hat am 8. September 2025 eine Delegierte Verordnung zur Änderung der Verordnung (EU) 2021/821 veröffentlicht. Diese Anpassung betrifft die Liste der Güter mit doppeltem Verwendungszweck (Dual-Use-Güter) in Anhang I der Dual-Use-Verordnung. Ziel ist es, die Einhaltung internationaler Sicherheitsverpflichtungen sicherzustellen und die EU-Kontrolllisten an die neuesten Beschlüsse der internationalen Nichtverbreitungsregime anzupassen.

Die Änderungen basieren auf Verpflichtungen, die die EU-Mitgliedstaaten im Rahmen folgender internationaler Regime eingegangen sind:

  • Australische Gruppe (AG)
  • Trägertechnologie-Kontrollregime (MTCR)
  • Gruppe der Kernmaterial-Lieferländer (NSG)
  • Wassenaar-Arrangement (WA)
  • Chemiewaffenübereinkommen (CWÜ)

Diese Organisationen legen weltweit Standards für die Kontrolle sensibler Güter und Technologien fest, um die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und deren Trägersystemen zu verhindern.


Was wurde geändert?

Die neue Delegierte Verordnung ersetzt den bisherigen Anhang I vollständig. Die Änderungen umfassen:

  • Aktualisierte technische Definitionen und Parameter
  • Ergänzungen neuer Güter und Technologien, die als sicherheitskritisch eingestuft wurden
  • Streichungen veralteter Positionen, um die Liste an den aktuellen Stand der Technik anzupassen

Diese Anpassungen sind notwendig, um Transparenz zu gewährleisten, die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Unternehmen zu sichern und eine einheitliche Anwendung der Ausfuhrkontrollen in allen Mitgliedstaaten zu ermöglichen.


Rechtliche Grundlage und Inkrafttreten

Die neue Verordnung tritt am Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU in Kraft.
Die Veröffentlichung wird voraussichtlich im November 2025 erfolgen, sodass Unternehmen jetzt ausreichend Zeit haben, ihre Prozesse vorzubereiten.


Welche Technologien sind betroffen?

Die Änderungen spiegeln die dynamische Entwicklung in Hochtechnologie-Sektoren wider. Diese Änderungen sind Teil einer globalen Strategie, um neue sicherheitskritische Technologien zu kontrollieren und Missbrauch zu verhindern.

Besonders betroffen sind Quanten-Technologien, Halbleiterferitung und - prüfung sowie hochentwickelte Elektronik, additive Fertigung (3D-Druck), Chemie- und Biotechnologien.


Neue Positionen

  • 1C002 c2i – Neue Unternummer für Ultraschallzerstäubung
  • 1C513 – Pulver aus Hoch-Entropie-Legierungen
  • 2B352j – Peptidsynthesegeräte
  • 2B510 – Ausrüstung für additive Fertigung
  • 2E503 – Technologie für Beschichtungssysteme
  • 3A501 – Elektronische Bauelemente und Baugruppen
  • 3B501 – Fertigungsausrüstung für Halbleiterbauelemente
  • 3B503 – Rasterelektronenmikroskop-Ausrüstung
  • 3B504 – Kryogene Wafertestausrüstung
  • 3C507 – Epitaxiale Werkstoffe oder Materialien
  • 3D507 – Software zur Extraktion von Layout-Daten
  • 3E501 – Technologie für ICs mit GAAFET-Strukturen
  • 4A506 – Quantencomputer
  • 4A507 – Rechner, elektronische Baugruppen und Bauteile
  • 4D001b3 – Software für 4A506/4A507
  • 4E001b3 – Technologie für 4A506/4A507

Positionen mit Parameteränderungen

  • 1C005b1, b2 & c – Parameteränderung (spezielle Legierungen)
  • 1C116 – Technische Anmerkung 1.1, Parameteränderung
  • 6A005d1b1 bis d1b5 – Parameter- und Textänderungen

Herausforderungen für Unternehmen

Die Änderungen erfordern:

  • Neubewertung der Produktklassifizierungen: Sind alle Produkte korrekt klassifiziert?
  • Schulung von Mitarbeitenden: Änderungen in den Anhängen erfordern aktuelles Wissen bei allen Beteiligten
  • Aktualisierung digitaler Systeme und Schnittstellen: Neue Codes und Beschreibungen müssen integriert werden

Besonders relevant ist die elektronische Bereitstellung von Technologie – etwa über Cloud-Dienste oder Remote-Zugriff. Auch diese Form der „Ausfuhr“ unterliegt der Genehmigungspflicht und muss in Compliance-Systemen berücksichtigt werden.


Handlungsempfehlung

Unternehmen sollten jetzt:

  • Technologieportfolios analysieren und mit den neuen Listennummern abgleichen
  • Exportkontrollrichtlinien überarbeiten, insbesondere bei digitalen Transfers
  • Genehmigungsstrategien prüfen, z. B. Nutzung von AGGen wie Nr. 44
  • Zollschulungen durchführen, um technologische und rechtliche Anforderungen zu vermitteln
Entwurf zum unverbindlichen Überblick zu den Änderungen im neuen Anhang I zum nachlesen:

SW Zoll-Beratung als strategischer Partner

Die Anpassung der Dual-Use-Verordnung verdeutlicht die Notwendigkeit, Exportkontrolle nicht als reine Pflicht, sondern als strategischen Erfolgsfaktor zu begreifen. SW Zoll-Beratung bietet hier fundierte Expertise und flexible Unterstützung:

  • Verlässliche operative Abwicklung – für nachhaltige Stabilität im Tagesgeschäft.
  • Agile Task-Force-Lösungen – für schnelle Antworten auf neue regulatorische Anforderungen.
  • Strategische Beratung – für die Entwicklung zukunftsorientierter Exportkontrollstrategien.
  • Praxisgerechte Schulungen – für zielgerichtete Qualifizierung in allen relevanten Unternehmensbereichen.

Durch starke Vernetzung in Fachgremien und kontinuierliche Weiterbildung ist SW Zoll-Beratung nah an den aktuellen Entwicklungen und erkennt frühzeitig neue Herausforderungen.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, Exportkontrollprozesse neu auszurichten, Strategien zu entwickeln und Mitarbeiter zu qualifizieren. Mit SW Zoll-Beratung als Full-Service-Partner entstehen Lösungen, die Stabilität sichern und langfristigen Erfolg ermöglichen.


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Update CBAM Omnibus bringt Veränderungen
12.09.2025 |
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Update CBAM-Verordnung: Omnibus-Paket bringt Veränderungen

Mit der Zustimmung zum sogenannten Omnibus-Paket I (Omnibus I - COM (2025) 87) hat die Europäische …
Update CBAM Omnibus bringt Veränderungen

Mit der Zustimmung zum sogenannten Omnibus-Paket I (Omnibus I - COM (2025) 87) hat die Europäische Union (EU) damit auch zentrale Anpassungen am europäischen CO₂-Grenzausgleichssystem (auf Englisch: Carbon Border Adjustment Mechanism - CBAM) beschlossen. Ziel ist es, die bestehende Verordnung in ihrer Umsetzung zu vereinfachen und auf diese Weise Unternehmen zu entlasten – ohne dabei die klimapolitischen Ziele des Europäischen Green Deal zu gefährden.

CBAM – Ein zentrales Instrument des Europäischen Green Deal

Das europäische CO₂-Grenzausgleichssystem, auf Englisch: Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) ist ein zentrales Klimaschutzinstrument der Europäischen Union zur CO₂-Bepreisung von emissionsintensiven Importwaren aus Drittstaaten. Die Ziele der Verordnung (EU) 2023/956 sind einerseits sogenannte Carbon-Leakage-Effekte zu vermeiden – also die Verlagerung der Produktion in Länder mit geringeren Klimaschutzstandards – und gleichzeitig gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen zu sichern. Aktuell bezieht sich die CBAM-Verordnung bei der Einfuhr auf folgende Warengruppen: Eisen und Stahl, Zement, Aluminium, Düngemittel, Elektrizität und Wasserstoff.

Seit dem 1. Oktober 2023 gilt eine Übergangsphase, in der Importeure verpflichtet sind, vierteljährlich Emissionsdaten zu melden, jedoch noch keine CBAM-Zertifikate erwerben müssen. Die Berichte müssen Informationen zu den direkten und indirekten Emissionen, zur Importmenge sowie zum im Herkunftsland gezahlten CO₂-Preis enthalten.


Auswirkungen des Omnibus-Pakets auf die CBAM-Verordnung

  • CBAM-Vertretung möglich:
    Unternehmen können künftig einen CBAM-Vertreter beauftragen, der unabhängig von der Zollanmeldung die CBAM-Anmeldung für das Unternehmen übernimmt.
  • Neuer de-minimis-Schwellenwert von 50 Tonnen pro Jahr:
    Unternehmen als Einführer, die pro Kalenderjahr weniger als 50 Tonnen CBAM-pflichtige Waren importieren, sind künftig gänzlich von den CBAM-Pflichten ausgenommen.
  • Fristverlängerung für die CBAM-Erklärung:
    Die Frist zur Abgabe der CBAM-Erklärung wird auf Ende Oktober verschoben. Unternehmen erhalten dadurch mehr Zeit zur Einholung und Verifizierung der Emissionsdaten.
  • Verschiebung des Zertifikatskaufs und neue Anzahl der Mindestmenge:
    Der verpflichtende Kauf von CBAM-Zertifikaten wird von Anfang 2026 auf Februar 2027 verschoben. Dennoch müssen im Februar 2027 rückwirkend die Zertifikate für importierte Waren aus 2026 gekauft werden.
    Außerdem wird die Mindestmenge an vorzuhaltenden Zertifikaten im Register von 80 % auf 50 % gesenkt. Dies soll mehr Flexibilität im Zertifikatsmanagement schaffen und Liquiditätsengpässe. reduzieren.
  • Berücksichtigung gezahlter CO₂-Preise:
    Zukünftig können CO₂-Preise, die bereits gezahlt wurden, bei der Berechnung der CBAM-Abgabe in Abzug gebracht werden. Dies fördert fairere Wettbewerbsbedingungen und vermeidet Doppelbelastungen.

Bedeutung für die Praxis

Die neuen Möglichkeiten durch das Omnibus-Paket sind ein klares Signal für mehr Effizienz und Praxisnähe in der Umsetzung europäischer Klimapolitik. Für Unternehmen im internationalen Warenverkehr bedeutet dies:

  • Weniger Bürokratie, insbesondere für kleinere Importeure
  • Mehr Flexibilität bei der operativen Umsetzung
  • Erhöhte Rechtssicherheit durch klarere Fristen und Verfahren
  • Strategische Optionen durch die Möglichkeit der CBAM-Vertretung

Fazit:

Die Änderungen im CBAM-System sind ein wichtiger Schritt zur Entlastung der Wirtschaft – sie erfordern jedoch weiterhin eine sorgfältige Vorbereitung und strategische Planung. Unternehmen sollten ihre Importmengen prüfen, die neuen Fristen in ihre Prozesse integrieren und frühzeitig über eine CBAM-Zulassung oder Vertretung nachdenken. Hinweis: Die Vorschläge des Omnibus-Pakets I sind noch nicht rechtskräftig. Bis zur offiziellen Umsetzung gilt weiterhin die aktuelle CBAM-Verordnung (EU) 2023/956.


SW Zoll-Beratung GmbH unterstützt Unternehmen mit fundierter Expertise, individueller Beratung und praxisnahen Schulungen rund um CBAM und anderen Zollthemen. Als Full-Service-Partner stehen wir Ihnen verlässlich zur Seite – persönlich, digital oder vor Ort.

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