Die Dynamik des internationalen Handels hat zu einem signifikanten Anstieg grenzüberschreitender Kleinsendungen geführt, insbesondere durch E-Commerce, Plattformen und vereinfachte Versandwege. Zollbehörden, Unternehmen und Logistikdienstleister stehen vor vielfältigen Herausforderungen. Zahlreiche Länder und die EU haben weitreichende Anpassungen angekündigt, um fiskalische Interessen zu schützen und faire Wettbewerbsbedingungen zu sichern.
USA: Aufhebung der De‑Minimis-Regel
Am 30. Juli 2025 wurde per Exekutivverordnung die zollfreie De‑Minimis-Schwelle in den USA aufgehoben. Diese ist gültig seit dem 29. August 2025. Importe unterhalb von 800 USD sind damit grundsätzlich nicht mehr zollfrei und nur wenige Ausnahmen, z. B. Dokumente oder humanitäre Güter, bleiben bestehen.
Auswirkungen:
- Pflicht zur elektronischen Anmeldung über das ACE-System.
- DHL Paket Germany und Deutsche Post haben temporäre Einschränkungen für Geschäftskunden eingeführt.
- Expressdienste (z. B. DHL Express) bleiben verfügbar.
- Privatgeschenke bis 100 USD und Dokumentensendungen sind weiterhin möglich.
Großbritannien: Low Value Imports
Die britische Regierung prüft die Zollbehandlung von Low Value Imports (bis 135 GBP), um faire Wettbewerbsbedingungen zu sichern. Die Trade Remedies Authority (TRA) erhält zusätzliche Ressourcen zur Überwachung von Dumpingpraktiken und Beschleunigung von Schutzmaßnahmen.
Malaysia: Verschärfte E-Commerce-Regeln
Seit dem 25. Dezember 2024 gelten neue Vorgaben:
- Pflichtangaben in Bahasa Malaysia (Kontakt, Produktbeschreibung, Preise, Lieferzeiten, Zertifikate).
- Plattformbetreiber müssen die Einhaltung überwachen.
- Rücksendekosten bei mangelhafter Ware trägt der Verkäufer.
- Sicherheits- und Gesundheitszertifikate sind nachzuweisen.
Südafrika: Mehrwertsteuer auf Kleinsendungen
Ab dem 1. September 2024 erhebt Südafrika auf Pakete unter 500 Rand zusätzlich zur Pauschalzollabgabe von 20 % eine Mehrwertsteuer von 15 %. Unternehmen müssen frühzeitig alle Sendungen anmelden und Preise anpassen.
EU-Zollreform: Kleinsendungen im Fokus
Die EU plant unter Anderem mit dem reformierten Unionszollkodex eine umfassende Reform. Dabei sind folgende Punkte vorgesehen:
- Abschaffung der Freigrenze von 150 EUR.
- Strengere Marktüberwachung, besonders bei Produktsicherheit.
- Stärkere Verantwortung der Plattformbetreiber.
- Schwerpunkt auf Transparenz und Gleichbehandlung
Fazit
Die Regulierung von Kleinsendungen gewinnt weltweit an Bedeutung. Unternehmen müssen operative Abläufe anpassen, Compliance sicherstellen und strategische Entscheidungen treffen.
Die SW Zoll-Beratung behält die Reform des Unionszollkodex weiterhin im Auge und informiert, schult und berät Unternehmen bzgl. neuer Herausforderungen.
Seit über 30 Jahren unterstützen wir Unternehmen mit maßgeschneiderten Dienstleistungen rund um das Thema Zoll und Außenwirtschaft. Ob Einfuhr, Ausfuhr, Präferenzkalkulation oder Compliance – unser erfahrene Zollexperten steht Ihnen mit fundiertem Know-how und praxisnahen Lösungen zur Seite.
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Autor: Dominik Wiedmann - Senior Consultant Training & Beratung