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Fabrikationsrisikodeckung im Export: Absicherung von Produktionsrisiken

Die Fabrikationsrisikodeckung ist ein zentrales Instrument der deutschen Exportkreditgarantien und ermöglicht es Unternehmen, wirtschaftliche Risiken während der Produktionsphase von Exportaufträgen gezielt abzusichern. Sie richtet sich insbesondere an Exporteure, die bereits vor dem Versand der Ware hohe Produktionskosten tragen und dabei einem Risiko von Zahlungsausfällen, Vertragsverletzungen oder politischen Unsicherheiten im Bestellerland ausgesetzt sind


Grundlagen und Funktionsweise

Die Fabrikationsrisikodeckung schützt die im Rahmen eines Exportauftrags angefallenen Produktionskosten, einschließlich Einzel- und Gemeinkosten. Sie greift, wenn der ausländische Besteller:

  • vom Vertrag zurücktritt,
  • insolvent wird, oder
  • andere vertragliche Pflichten nicht erfüllt.

Darüber hinaus deckt die Fabrikationsrisikodeckung politische Risiken, wie Embargos, staatliche Eingriffe oder kriegerische Ereignisse, die die Vertragserfüllung verhindern. Die Absicherung beginnt mit Inkrafttreten des Ausfuhrvertrags und endet in der Regel mit dem Versand der Ware, wodurch der Schutz bereits vor Übergabe der Exportware greift.


Relevanz für Zoll- und Außenhandelsverantwortliche

Für Zollbeauftragte und Fachkräfte im Außenhandel ist die Deckung besonders wichtig, da bereits im Inland entstandene Produktionskosten abgesichert werden. Sie reduziert die finanziellen Risiken bei langfristigen oder kapitalintensiven Fertigungsprojekten, insbesondere bei Waren, die vor Ort montiert, installiert oder in komplexen Lieferketten weiterverarbeitet werden.

Zollrelevante Aspekte wie Produktions- und Versanddokumentation, Ursprungsnachweise, Zollanmeldungen und Lieferbedingungen müssen im Schadenfall korrekt vorliegen. Eine enge Abstimmung zwischen Exportkalkulation, Vertragsgestaltung und interner Dokumentation ist daher entscheidend.


Kombination mit weiteren Absicherungsinstrumenten

Die Fabrikationsrisikodeckung lässt sich sinnvoll mit Forderungsdeckungen wie Lieferanten oder Finanzkreditdeckungen kombinieren. So wird eine durchgehende Absicherung vom Produktionsbeginn bis zum Zahlungseingang gewährleistet. Zusätzlich können weitere Instrumente wie Vertragsgarantien oder Avalgarantien integriert werden, um spezifische Risiken einzelner Aufträge oder Länder abzudecken.


Umsetzung und Prozesshinweise

Die Beantragung erfolgt digital über das Kundenportal. Vor Vertragsabschluss wird ein Machbarkeits-Check empfohlen, um die Voraussetzungen zu prüfen. Zu beachten sind insbesondere:

  • Vertragsklarheit bezüglich Rücktritt, Stornierung und Teilabnahme,
  • nachvollziehbare Produktionskostenkalkulation,
  • Bewertung politischer und wirtschaftlicher Risiken im Zielland,
  • Abstimmung interner Verantwortlichkeiten zwischen Produktion, Export und Zollabteilung.

Strategischer Nutzen

Die Fabrikationsrisikodeckung ermöglicht Unternehmen, Liquidität zu sichern, Produktionsrisiken zu minimieren und die finanzielle Stabilität von Exportgeschäften zu gewährleisten. Sie unterstützt die Steuerung und Dokumentation von Risiken entlang der gesamten Lieferkette und trägt zur langfristigen strategischen Planung im Exportgeschäft bei.

Durch die frühzeitige Integration in den Exportprozess werden wirtschaftliche Absicherung, zollrechtliche Compliance und operative Effizienz optimal kombiniert. Die Deckung bietet somit eine solide Basis für die strategische Steuerung internationaler Exportgeschäfte, insbesondere bei Projekten mit hohen Vorleistungen und komplexen Lieferketten.

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