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ATLAS-Releasewechsel

Ein ATLAS-Releasewechsel bezeichnet die Einführung einer neuen Version des IT-Verfahrens ATLAS (Automatisiertes Tarif- und Lokales Zollabwicklungssystem), das in Deutschland für die elektronische Zollabwicklung eingesetzt wird. Dabei werden technische, funktionale und rechtliche Anpassungen im System vorgenommen, um es an geänderte Zollvorschriften, EU-Verordnungen oder nationale Anforderungen anzupassen.


Hintergrund

Das ATLAS-System dient der elektronischen Abwicklung nahezu aller zollrelevanten Verfahren etwa Einfuhr, Ausfuhr, Versand, Summarische Anmeldung, Verwahrung oder Wiederausfuhr.
Da sich die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen im Zollrecht insbesondere durch
EU-Zollkodex (UZK) und seine Durchführungsbestimmungen regelmäßig ändern, muss das IT-System entsprechend aktualisiert werden. Diese Aktualisierungen erfolgen gebündelt in sogenannten Releasewechseln.


Ziele eines ATLAS-Releasewechsels

Ein Releasewechsel verfolgt mehrere Ziele:

  • Rechtskonformität: Anpassung an neue oder geänderte Rechtsvorschriften der EU oder des nationalen Zollrechts.
  • Funktionale Erweiterungen: Einführung neuer Funktionen oder Verfahren (z. B. elektronische Nachweise, zusätzliche Codierungen, neue Nachrichtentypen).
  • Technische Modernisierung: Optimierung der Systemarchitektur, Schnittstellen oder Datenaustauschformate (XML-Strukturen, Codelisten).
  • Fehlerkorrekturen: Behebung bestehender technischer oder fachlicher Probleme aus vorangegangenen Versionen.

Ablauf eines Releasewechsels

Ein ATLAS-Releasewechsel erfolgt in mehreren Schritten:

  • Ankündigung durch die Zollverwaltung – über ATLAS-Teilnehmerinformationen und Veröffentlichungen auf zoll.de.
  • Bereitstellung von Dokumentationen – z. B. Merkblätter, Verfahrensanweisungen und Nachrichtenformate.
  • Testphase (Pilotbetrieb) – bestimmte Unternehmen oder Softwareanbieter testen das neue Release.
  • Produktivsetzung (Go-Live) – das neue Release wird verbindlich eingeführt.
  • Übergangsphase – alte und neue Nachrichtenformate können übergangsweise parallel genutzt werden.

Beispiele für ATLAS-Releasewechsel

  • ATLAS-Release 10.1: Anpassungen an den UZK, Einführung neuer Codelisten und digitaler Genehmigungsnachweise.
  • ATLAS-Ausfuhr 3.0: Einführung der vollständig elektronischen Kommunikation für Ausfuhranmeldungen im Rahmen des AES (Automated Export System).
  • ATLAS-Einfuhr 9.2: Erweiterungen bei Zollverfahren und Codierungen im Bereich der Einfuhrabfertigung.

Bedeutung für Unternehmen

Für Unternehmen, die am ATLAS-Verfahren teilnehmen, bedeutet ein Releasewechsel:

  • Anpassung der eigenen Zollsoftware und ggf. der internen Prozesse,
  • Überprüfung der Schnittstellen zu Vorsystemen (ERP, Logistiksysteme),
  • Schulung von Mitarbeitenden,
  • Überwachung der Übergangsfristen und Testläufe vor dem Produktivbetrieb.

Eine frühzeitige Vorbereitung ist entscheidend, da nicht aktualisierte Systeme nach dem Stichtag keine Zollanmeldungen mehr übermitteln können.


Fazit

Der ATLAS-Releasewechsel ist ein zentraler Bestandteil der kontinuierlichen Weiterentwicklung der elektronischen Zollabwicklung in Deutschland. Er stellt sicher, dass das System stets rechtskonform, technisch aktuell und zukunftsfähig bleibt. Für Wirtschaftsbeteiligte bedeutet er zugleich Verpflichtung zur Anpassung und Chance zur Optimierung ihrer zolltechnischen Prozesse.

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