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600 series FDP rule

Die 600er Series FDP Rule regelt die Exportkontrolle für ausländische Produkte, die auf US-Technologie oder Software der 600er Series basieren. Sie ist Teil der Export Administration Regulations (EAR) und definiert, wann ein ausländisches Produkt den US-Exportkontrollbestimmungen unterliegt.

Zusätzlich greifen die Entity List FDP Rules, die für Produkte gelten, die auf bestimmten US-Technologien (z. B. Kryptografie, Computersysteme, Software) basieren und mit gelisteten Endanwendern interagieren.


Grundlagen der 600er Series

Die 600er Series bildet die Munitions-ECCNs innerhalb der Commerce Control List (CCL) ab. ECCNs der 600er Series sind im Format „xY6zz“ aufgebaut:

  • x: Kategorie auf der CCL
  • Y: Produktgruppe innerhalb der Kategorie
  • 6: Kennzeichnet einen Munitions-Eintrag
  • zz: Spezifische Eintragsnummer

Die 600er Series umfasst Items, die zuvor auf der US Munitions List (USML) kontrolliert wurden oder die unter das Wassenaar Arrangement Munitions List (WAML) fallen.

Konkrete Beispiele für 600er ECCNs

  • 1A001 – Kampf- und Trainingsflugzeuge, Hubschrauber, Drohnen
  • 1C351 – Elektronische Systeme für Zielerfassung, Navigation oder Kommunikation
  • 1A101 – Panzer, gepanzerte Fahrzeuge und Schutzsysteme
  • 1A004 – Raketen und Lenkwaffen
  • 1C351/1D001 – Militärische Software

Diese Produkte unterliegen den FDPR-Bestimmungen, wenn sie auf US-Technologie basieren, auch bei Fertigung oder Weiterverarbeitung im Ausland.


600 Series FDP Rule nach EAR

Ein ausländisches Produkt unterliegt der 600er Series FDP Rule, wenn Produktumfang und Länderspezifikation erfüllt sind.

Produktumfang (§ 734.9(d)(1))

Ein Produkt fällt unter den Produktumfang, wenn eine der beiden Bedingungen zutrifft:

  • Direktes Produkt einer US-Technologie oder -Software
    • Das Produkt ist ein direktes Produkt von US-ursprünglicher Technologie oder Software, die in einem 600er ECCN auf der CCL gelistet ist.
    • Das Produkt selbst ist in einem 600er ECCN oder in ECCN 0A919 aufgeführt.
  • Produkt einer kompletten Anlage oder wesentlichen Anlagenkomponente
    • Das Produkt ist ein direktes Produkt einer kompletten Anlage oder eines „Major Component“ einer Anlage, die selbst ein direktes Produkt von US-Technologie eines 600er ECCN ist.
    • Das Produkt selbst ist in einem 600er ECCN aufgeführt.

Länderspezifischer Umfang (§ 734.9(d)(2))

Ein Produkt unterliegt der 600er Series FDP Rule nur, wenn es für Länder bestimmt ist, die in den Country Groups D:1, D:3, D:4, D:5, E:1 oder E:2 gelistet sind (vgl. EAR Part 740, Supplement No. 1).


Entity List FDP Rules

Zusätzlich greifen FDP-Regeln für Produkte, die mit gelisteten Endanwendern interagieren, insbesondere die Footnotes 1, 4 und 5.

Produktumfang der Entity List FDP Rules

  • Direktes Produkt von US-Technologie oder Software:
    Ausländische Produkte, die auf US-Technologien/Software basieren, die in den ECCNs 3D001, 3D901, 3D991, 3D992, 3D993, 3D994, 3E001, 3E002, 3E003, 3E901, 3E991, 3E992, 3E993, 3E994, 4D001, 4D993, 4D994, 4E001, 4E992, 4E993, 5D001, 5D002, 5D991, 5E001, 5E002 oder 5E991 der CCL gelistet sind.
  • Produkt einer kompletten Anlage oder wesentlichen Anlagenkomponente:
    Ausländische Produkte, die von einer kompletten Anlage oder einem „Major Component“ einer Anlage hergestellt werden, die selbst ein direktes Produkt der oben genannten ECCNs ist.

Auch ausländische Wafer, ob fertig oder unfertig, fallen unter die FDP-Regeln.


Endnutzerumfang

Das Produkt fällt unter die FDP-Regel, wenn es mit gelisteten Endanwendern interagiert:

Verwendung in Produktion oder Entwicklung von Teilen, Komponenten oder Ausrüstung, die von gelisteten Einheiten bestellt, produziert oder genutzt werden.

Beteiligung gelisteter Einheiten an Transaktionen, z. B. als Käufer, Zwischenhändler, Endempfänger oder Nutzer.



Beteiligungsregel

Wenn eine ausländische Einheit ≥ 50 % im Besitz von gelisteten oder regulierten Einheiten ist, gelten die FDP-Regeln ebenfalls.


Praktische Bedeutung für Unternehmen

  • Compliance-Risiken: Verstöße können zu Strafen, Lizenzverlust oder Handelsbeschränkungen führen.
  • Lieferkettenmanagement: Lieferanten und Partner müssen die 600er Series FDP und Entity List FDP-Regeln kennen und einhalten.
  • Produktionsplanung: Fertigungsprozesse im Ausland müssen so gestaltet sein, dass keine FDPR-Verstöße entstehen.
  • Endanwenderprüfung: Prüfung, ob Kunden oder Subunternehmer auf der Entity List stehen oder Eigentümerbindungen zu gelisteten Unternehmen bestehen.

Zusammenfassung

Die 600er Series FDP Rule und die Entity List FDP Rules stellen sicher, dass ausländische Produkte, die auf US-Technologie oder Software basieren, den US-Exportkontrollbestimmungen unterliegen, insbesondere bei Lieferung in bestimmte Länder oder an gelistete Endnutzer. Unternehmen müssen Produktumfang, Länder- und Endnutzerprüfungen konsequent berücksichtigen, um Compliance-Risiken zu vermeiden.

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