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Post-Market Surveillance (PMS)

Post-Market Surveillance (PMS) beschreibt die kontinuierliche, systematische Überwachung von Medizinprodukten nach dem Inverkehrbringen, um deren Sicherheit, Leistungsfähigkeit und regulatorische Konformität zu gewährleisten. PMS dient der frühen Erkennung von Risiken, der Verbesserung von Produkten und Prozessen sowie der Sicherung der Compliance entlang internationaler Lieferketten.


PMS ermöglicht Unternehmen

  • Risiken für Patienten, Anwender und Lieferketten frühzeitig zu identifizieren.
  • Produkte kontinuierlich an regulatorische Anforderungen anzupassen.
  • Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit im realen Marktumfeld zu sichern.

Regulatorischer Rahmen

Die MDR 2017/745 bildet die zentrale Rechtsgrundlage für PMS:

  • Artikel 83 MDR: Einrichtung, Dokumentation und kontinuierlicher Betrieb eines PMS-Systems.
  • Artikel 84 MDR: Erstellung von Periodic Safety Update Reports (PSUR) für Produkte der Klassen IIa, IIb und III.
  • Artikel 85 MDR: Integration von PMS-Daten in die technische Dokumentation.
  • Artikel 86 MDR: PMS-Daten dienen als Grundlage für das Risikomanagement und die Einleitung von Korrekturmaßnahmen.

Weitere relevante Vorgaben

  • ISO 13485: Qualitätsmanagementsysteme für Medizinprodukte.
  • Vigilanzpflichten: Nationale und internationale Meldung schwerwiegender Vorfälle.
  • Post-Market Clinical Follow-Up (PMCF): Erhebung klinischer Daten nach dem Inverkehrbringen.

Aufbau eines PMS-Systems

Ein PMS-System besteht aus vier Hauptkomponenten:

  • 3.1 Datensammlung
    • Kundenfeedback: Beschwerden, Rückmeldungen, Serviceberichte
    • Klinische Daten: Studien, wissenschaftliche Literatur, PMCF
    • Behördliche Meldungen: Vigilanzdaten aus nationalen und internationalen Datenbanken
    • Marktbeobachtung: Analyse von Trends, Konkurrenzprodukten, Marktinformationen
    3.2 Datenanalyse
    • Risikobewertung: Identifikation wiederkehrender Probleme und Trends
    • Ursachenanalyse: Bestimmung von Produkt- oder Prozessmängeln
    • Priorisierung: Festlegung der Dringlichkeit von Maßnahmen
    3.3 Maßnahmen und Berichterstattung
    • Korrekturmaßnahmen: Rückrufaktionen, Sicherheitsinformationen, Produktanpassungen
    • Risikominimierung: Anpassung des Risikomanagements, Optimierung von Prozessen
    • Berichterstattung: Erstellung von PSURs, Meldung an Behörden
    • Dokumentation: Integration in technische Dokumentation und Qualitätsmanagementsystem
    3.4 Kontinuierliche Verbesserung
    • Produktoptimierung: Anpassungen von Design, Materialien und Funktionen
    • Prozessoptimierung: Verbesserung von Herstellung, Transport und Lagerung
    • Lieferkettenintegration: Bewertung und Audits von Lieferanten basierend auf PMS-Ergebnissen

Relevanz für Zoll- und Außenhandelsprozesse

PMS beeinflusst Zoll- und Außenhandelsprozesse in mehrfacher Hinsicht:

  • Produktdokumentation: PSURs und PMS-Daten können als Nachweis bei Importen, Exporten oder Audits erforderlich sein.
  • Rückrufe und Sicherheitsmaßnahmen: Rückrufaktionen wirken sich auf Lagerbestände, Lieferketten und Zollabwicklungen aus.
  • Lieferantenmanagement: PMS-Compliance zeigt regulatorische Integrität und unterstützt Lieferantenbewertungen in internationalen Lieferketten.
  • Risikomanagement: Früherkennung von Problemen verhindert Verzögerungen und unterstützt strategische Entscheidungen in Einkauf, Transport und Lagerung.

Schnittstellen zu Unternehmensprozessen

PMS ist eng mit weiteren Kernprozessen verknüpft:

  • Vigilanzsysteme: Systematische Erfassung und Analyse unerwünschter Ereignisse
  • Qualitätsmanagementsysteme (QMS): Integration von PMS-Ergebnissen in operative Prozesse
  • Risikomanagement: Aktualisierung von Risikoanalysen basierend auf realen Marktdaten
  • Regulatorische Kommunikation: Bereitstellung von PMS-Daten für Behörden, Benannte Stellen und Geschäftspartner

Strategische Bedeutung

PMS ist nicht nur regulatorische Pflicht, sondern strategisches Instrument für Unternehmen:

  • Sichert langfristige Produktqualität und Wirksamkeit
  • Minimiert Risiken in Lieferketten und bei Zollprozessen
  • Stärkt Compliance und regulatorische Transparenz
  • Unterstützt fundierte Entscheidungen bei Lieferantenbewertung, Einkauf und Rückrufmanagement
  • Verbessert operative Effizienz und Marktvertrauen

Fazit

Post-Market Surveillance ist ein wesentlicher Bestandteil der MDR 2017/745, der die Sicherheit und Leistungsfähigkeit von Medizinprodukten gewährleistet. Für Unternehmen im internationalen Handel ist PMS ein Instrument zur Risikominimierung, zur Optimierung von Lieferketten und zur Stärkung von Compliance und Marktposition. Ein systematisches, vollständig integriertes PMS-System sichert langfristig Qualität, operative Stabilität und regulatorische Sicherheit.

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