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KfW-Rohstofffonds

Die Sicherung kritischer Rohstoffe hat für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher und europäischer Unternehmen zentrale Bedeutung. Globale Lieferketten, steigende Rohstoffpreise und geopolitische Abhängigkeiten erhöhen die Risiken für industrielle Produktionsprozesse. Der KfW-Rohstofffonds wurde geschaffen, um Projekte entlang der Rohstoffwertschöpfungskette von Gewinnung über Weiterverarbeitung bis Recycling gezielt zu fördern, langfristige Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die technologische Eigenständigkeit der EU zu stärken.


Fördergegenstände und strategische Zielsetzung

Der Fonds unterstützt Projekte in drei Kernbereichen:

  • Bergbau: Rohstoffgewinnung innerhalb und außerhalb der EU, z. B. Lithium für Batterien, Kobalt für High-Tech-Anwendungen und Seltene Erden für Elektromotoren. Die Umsetzung erfolgt unter Berücksichtigung strenger Umwelt- und ESG-Standards.
  • Weiterverarbeitung: Aufbereitung und Verarbeitung kritischer Rohstoffe zu marktfähigen Produkten, etwa Lithiumhydroxid für Batteriezellen oder Neodym-Magnete für Elektromotoren.
  • Recycling: Rückgewinnung kritischer Rohstoffe aus Sekundärmaterialien, wie Batterien oder Elektronikschrott, zur Erhöhung der Ressourceneffizienz und Reduzierung von Primärrohstoffabhängigkeit.

Gefördert werden Rohstoffe, die auf der EU-Liste kritischer Rohstoffe oder der DERA-Risikogruppe 3 stehen. Reine Explorationsprojekte werden nur in fortgeschrittenen Pre-Feasibility-Phasen berücksichtigt.


Finanzierungsinstrumente und Praxisbeispiele

  • Projektvolumina: Typischerweise 50–150 Mio. EUR; größere Projekte können ko-finanziert werden.
  • Finanzierungsstruktur: Eigenkapital, hybride Finanzierungen; Förderanspruch ist nicht gesetzlich garantiert, Genehmigung durch KfW und abschließend Bund.

Praxisbeispiele

  • Ein Lithium-Recyclingprojekt in Deutschland sichert über fünf Jahre die Lieferung von 10.000 Tonnen Lithiumhydroxid an europäische Batteriezellenhersteller. Dies stabilisiert Preise und Lieferketten.
  • Ein Kobalt-Abbauprojekt in Südamerika wird durch KfW-Eigenkapital und private Investoren finanziert, wobei langfristige Offtake-Verträge mit europäischen High-Tech-Unternehmen die wirtschaftliche Tragfähigkeit gewährleisten.

Diese Strukturen ermöglichen Unternehmen, strategische Rohstoffprojekte abzusichern, Risiken zu minimieren und langfristige Planungssicherheit zu gewährleisten.


Fördervoraussetzungen und Compliance-Aspekte

Die Fördervoraussetzungen beinhalten:

  • Projektdurchführung in Bergbau, Verarbeitung oder Recycling.
  • Verwendung kritischer Rohstoffe gemäß EU-Liste oder DERA-Risikogruppe 3.
  • Ausschluss von Projekten in sanktionierten Staaten oder politisch instabilen Regionen.
  • Nachweis von Offtake-Vereinbarungen für deutsche oder europäische Produktionsstandorte über mindestens fünf Jahre.
  • Einhaltung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Standards (ESG) entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
  • Beteiligung des Bundes darf die industrielle Führerschaft nicht übernehmen; Stimmrechte des Unternehmens müssen gesichert sein.

Zoll- und Außenhandelsrelevanz

  • Einhaltung von Exportkontrollen, Dual-Use-Vorschriften und Sanktionslisten.
  • Sicherstellung korrekter Ursprungsangaben für Zollprozesse.
  • Offtake-Verträge erleichtern die Abwicklung von Handelsdokumentation und Zollprozessen.

Antragstellung und Verfahrensablauf

  • Einreichung: Kontaktformular und ausgefülltes Due-Diligence-Sheet mit wirtschaftlichen, technischen und rechtlichen Informationen.
  • Vorselektion: KfW prüft die Projektrelevanz gemeinsam mit DERA.
  • Gutachterprüfung: Bewertung wirtschaftlicher Tragfähigkeit, technischer Machbarkeit und ESG-Konformität.
  • Abschlussentscheidung: Bund entscheidet abschließend unter Berücksichtigung strategischer, wirtschaftlicher und regulatorischer Kriterien.

Strategische Bedeutung für Zoll- und Außenhandelsakteure

Die Integration von Rohstofffonds-Projekten bietet mehrere operative und strategische Vorteile:

  • Lieferkettenresilienz: Kritische Rohstoffe werden über deutsche oder europäische Produktionsstandorte gesichert.
  • Compliance: Projekte erfüllen Sanktions-, Umwelt- und Sozialstandards entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
  • Risikominimierung: Offtake-Verträge und strukturierte Finanzierung reduzieren Versorgungsengpässe und Preisvolatilität.
  • Planungssicherheit: Langfristige Lieferverträge erleichtern Zollabwicklung, Ursprungsprüfung und internationale Handelsprozesse.
  • Technologische Eigenständigkeit: Unterstützung von Lithium-, Kobalt- oder Seltene-Erden-Projekten stärkt High-Tech-Industrien und die europäische Wettbewerbsfähigkeit.

Fazit

Der KfW-Rohstofffonds ist ein strategisches Instrument zur sicheren Versorgung mit kritischen Rohstoffen in Deutschland und der EU. Er verbindet wirtschaftliche Stabilität, regulatorische Compliance, Lieferkettenresilienz und technologische Eigenständigkeit. Für Zoll- und Außenhandelsakteure eröffnet der Fonds praxisnahe Chancen, Lieferketten zu optimieren, Risiken zu minimieren und langfristige Planungssicherheit zu schaffen. Offtake-Verträge, klare Finanzierungsstrukturen und ESG-konforme Umsetzung gewährleisten, dass Projekte wirtschaftlich tragfähig und strategisch relevant sind. Die systematische Integration geförderter Rohstoffprojekte in Unternehmensstrategien stärkt somit die operative Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit auf internationalem Niveau.

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