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Investitionsgarantien

Bundesgarantien für Direktinvestitionen im Ausland, auch bekannt als Investitionsgarantien, sind staatliche Instrumente, die deutsche Unternehmen beim Engagement in ausländischen Märkten unterstützen. Sie dienen dazu, die mit Direktinvestitionen verbundenen politischen und wirtschaftlichen Risiken abzusichern und damit Investitionsentscheidungen zu erleichtern.


Zielsetzung und Bedeutung

Die Bundesgarantien werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) in Zusammenarbeit mit der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG angeboten. Ziel ist es, die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen zu stärken, Investitionen in wirtschaftlich und politisch risikobehafteten Märkten zu fördern und die Exportwirtschaft zu unterstützen. Diese Garantien leisten einen Beitrag zur Absicherung von Kapital, das in Tochtergesellschaften, Produktionsstätten oder Beteiligungen im Ausland fließt.


Umfang und Schutzbereiche

Investitionsgarantien decken typischerweise folgende Risiken ab:

  • Politische Risiken
    • Enteignung oder Konfiskation von Vermögenswerten durch ausländische Staaten.
    • Einschränkungen bei der Rückführung von Kapital oder Gewinnen.
    • Beschlagnahmung oder Zerstörung von Anlagen infolge von Konflikten, Bürgerkriegen oder Unruhen.
  • Konvertierungs- und Transferrestriktionen
    • Schwierigkeiten bei der Umwandlung von lokal erwirtschafteten Gewinnen in frei konvertierbare Währungen.
    • Einschränkungen beim Transfer von Dividenden oder Rückzahlung von Darlehen ins Ausland.
  • Krieg, Terrorismus und Unruhen
    • Schäden durch kriegerische Handlungen oder terroristische Anschläge
    • Verlust von Investitionswerten infolge von Unruhen oder politischen Instabilitäten

Zielgruppen

Die Garantien richten sich in erster Linie an deutsche Unternehmen, die:

  • Direktinvestitionen in Tochtergesellschaften, Produktionsbetriebe oder Beteiligungen im Ausland planen.
  • Projekte in Ländern mit erhöhtem politischen oder wirtschaftlichen Risiko durchführen.
  • langfristige Investitionsstrategien umsetzen wollen, die ohne Absicherung als zu risikoreich gelten würden.

Beantragung und Abwicklung

Die Beantragung von Investitionsgarantien erfolgt über die Euler Hermes Kreditversicherungs-AG. Der Prozess umfasst:

  • Prüfung der Investition
    • Art und Umfang der geplanten Investition.
    • Risikoprofil des Ziellandes.
    • Wirtschaftliche Tragfähigkeit des Vorhabens.
  • Risikoprüfung und Garantiefestlegung
    • Einschätzung der politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Risiken.
    • Festlegung der Garantiesumme und der Versicherungsbedingungen.
  • Abschluss der Garantievereinbarung
    • Vertragliche Fixierung der Risikodeckung.
    • Möglichkeit der Rückgriffnahme im Schadensfall.

Vorteile für Unternehmen

Investitionsgarantien bieten mehrere strategische Vorteile:

  • Risikominimierung: Absicherung gegen politische und wirtschaftliche Unsicherheiten im Ausland.
  • Finanzielle Sicherheit: Erleichterung von Kreditaufnahmen und Investitionsentscheidungen.
  • Wettbewerbsvorteil: Möglichkeit, in Märkten tätig zu werden, die ohne staatliche Absicherung als zu riskant gelten.
  • Planungssicherheit: Langfristige Investitionsstrategien können trotz politischer Instabilität verfolgt werden.

Ansprechpartner für Investitionsgarantien

Die wichtigsten Ansprechpartner lassen sich in offizielle Stellen und unterstützende Berater gliedern:

  • Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)
    • Politische Steuerung, gesetzliche Grundlagen und strategische Verantwortung des Investitionsgarantie-Programms
  • Euler Hermes Kreditversicherungs-AG
  • IHKs und Deutsche Auslandshandelskammern (AHKs)
    • Unterstützung bei der Vorbereitung von Investitionsvorhaben
    • Informationen zu Zielländern und politischen Risiken
    • Keine Genehmigungsbefugnis, aber praxisnahe Beratung
  • Externe Berater – z. B. PwC
    • Beratung bei Antragstellung und Risikoprüfung
    • Durchführung von Due-Diligence-Prüfungen, steuerlicher Analyse und Finanzbewertung
    • Erstellung von Unterlagen für die offizielle Genehmigung
    • Keine eigene Entscheidungs- oder Garantiebefugnis

Relevanz für Zoll und Außenhandel

Für Zollverantwortliche und Fachkräfte im Außenhandel ist die Kenntnis von Bundesgarantien relevant, da sie:

  • die Absicherung von Investitionskapital beeinflussen können.
  • strategische Entscheidungen über Produktionsstandorte und Lieferketten beeinflussen.
  • Auswirkungen auf Bilanzierung, Zahlungsströme und Meldungen an die Bundesbank haben.

Investitionsgarantien sind damit ein integraler Bestandteil der Risiko- und Außenhandelsstrategie deutscher Unternehmen. Sie ermöglichen es, internationale Expansionen planbar und sicher zu gestalten, auch in Märkten mit hohem politischen oder wirtschaftlichen Risiko.

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